Aufnahme ins Haus

Die verbreitete Meinung, dass untergewichtige Igel im Spätherbst und Winter draußen überleben können, ist strikt falsch. Wenn man bedenkt, dass Igel Insektenfresser sind, dass das Nahrungsangebot bereits im Spätherbst zurückgeht und im Winter effektiv nicht mehr vorhanden ist, dann wird ein im Spätherbst geborener Igel in große Überlebensnot geraten.

Zudem muss bedacht werden, dass der Igel pro Tag mindestens 5-10 g an Gewicht zulegen muss um sein Winterschlafgewicht zu erreichen. Dieses ist aber nicht möglich, wenn der Igel durch die erschwerte Futtersuche seine Energie wieder verbraucht. Hinzu kommt, dass er seinen Nestbau vernachlässigt und irgendwann untergewichtig in den Winterschlaf geht und daraus vorzeitig erwacht und evtl. stirbt. Igel, die im Spätherbst geboren werden, können das für den Winterschlaf nötige Mindestgewicht von ca. 500 bis 1500 g je nach Größe des Igels, nicht mehr erreichen. Tagsüber umherirrende, verletzte, kranke und untergewichtig erscheinende sowie bei Frost aufgefundene Igel sollten unbedingt ins Haus genommen werden. Gerade bei schwachen und verletzten Igeln besteht die Gefahr, dass Fliegen bereits ihre Eier abgelegt haben. Diese sehen aus wie kleine gelbliche Reiskörner, die unbedingt mit einer Pinzette entfernt werden müssen, da bereits nach kurzer Zeit aus den Eiern Maden schlüpfen (Bilder dazu siehe unter Krankheitszeichen). Sie fressen sich durch die Haut des Igels oder gelangen durch alle Körperöffnungen in das Innere des Igels – ein langsames, qualvolles Sterben.

Sie sollten Ihren Igel baldmöglichst in unserer Beratungsstelle vorstellen. Wir helfen Ihnen gerne bei der weiteren Versorgung. Der Igel bleibt in Ihrer Obhut wenn er gesund ist. Bei allen aufkommenden Fragen und Unsicherheiten bitte sofort bei der Beratungsstelle Rat einholen (Telefon 0231 - 17 55 55 oder 0151-70062861). Zusätzlich wird der Igel während der Betreuungszeit gegen igelspezifische Innenparasiten behandelt.

Handaufgezogene Säuglinge oder Babys, die ohne Zähne aufgenommen werden, benötigen keine Wurmbehandlung, weil sie noch keine Schnecken fressen konnten, die für die Übertragung der Innenparasiten verantwortlich sind.
Bei kleinen Igeln, bei denen die Zähnchen noch nicht voll ausgebildet sind, muss mit der Wurmbehandlung mindestens 2 ½ bis 3 Wochen gewartet werden, weil die Larven des Wurmes diese Zeit benötigen, um über das Muskelgewebe in die Lunge zu gelangen.
Erst nach dieser Zeit ist die Behandlung sinnvoll, wenn zudem die Kotprobe einen positiven Befund zeigt.

Merke
Igelbabys und schwache Igel, egal welcher Größe, niemals mit Levamisol, Belamisol oder Ivomec (Ivomecitin) behandeln, sondern zunächst mit Flüssigkeit und Vitaminen versorgen, weil hier die Wurmbehandlung tödlich ausgehen kann.
Bei weiblichen Igeln sollte im Sommer keine Behandlung mit den oben genannten Medikamenten erfolgen, weil diese zum Abort / Fehlgeburt führt. Nur bei dringender Indikation kann eine Behandlung nach Rücksprache mit der Igelstation erfolgen.
Bitte dringend den Tierarzt darauf hinweisen!

Kontakt

Hallerey 39 (Tierschutzzentrum)
44149 Dortmund-Dorstfeld
Telefon (0231) 17 55 55
igelschutz-dortmund@web.de

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